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am 18. Juli

Wild versus verwildert

Esther Bauer - Wir brauchen in unseren Gärten wilde Ecken

Die Meldungen sind dramatisch: Bienensterben, Rückgang der Bestände von Schmetterlingen und anderen Insektenarten um drei Viertel in unglaublich kurzer Zeit. Auch viele unserer Vogelarten sind von teils massiven Rückgängen betroffen.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Mit Sicherheit spielt dabei ein verringertes Nahrungsangebot eine Rolle, das mit dem Rückgang der Insekten zu tun hat, die für viele Vogelarten die Nahrungsgrundlage sind. Stellen Sie sich vor, Sie könnten ab morgen Ihre Familie nur noch mit einem Viertel der Lebensmittel versorgen als bisher.

Vielen Menschen sind diese Entwicklungen nicht gleichgültig, wollen wir doch unseren Kindern nicht eine verarmte, stumme Welt hinterlassen.
Aber was tun? Was Sie ganz konkret in ihrem Umfeld tun können, ist einfach und schwierig zugleich. Abwechslungsreiche naturnahe Grünräume mit vielen Blüten und Rückzugsraumen für die Tierwelt, in denen vollständig auf Gartenchemie verzichtet wird, wirken wie Care Pakete für Flora und Fauna.

Aus Diskussionen mit den BesucherInnen unserer Veranstaltungen und aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das Einrichten, respektive Zulassen wilder Ecken oft daran scheitert, dass es mit dem Idealbild eines „gepflegten“ Gartens/Hauses/Balkons im klassischen Sinn ziemlich heftig kollidiert. Zudem sind wir daran gewöhnt, Wildnis im Garten mit Niedergang und Vernachlässigung zu verbinden. Hier wird es ohne einen gewissen Kulturwechsel und das Herausbilden neuer Schönheitsideale nicht gehen.
Um dem Stigma der Verwilderung zu entgehen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten bei der Gartengestaltung, die wir für Sie zusammengesucht haben:

  • Lassen Sie eine Ecke ihres Gartens wild werden, die man von außen nicht gut sieht.
  • Zelebrieren Sie eine naturnahe Stelle ihres Gartens und pflegen alles andere wie gewohnt.
  • Lassen Sie tote Bäume so lange wie möglich stehen und verwenden Sie diese als Rankhilfe für Kletterpflanzen.
  • Mähen Sie von Rasenstücken nur die Ränder regelmäßig und die Kernzonen nur zwei Mal im Jahr.
  • Verzichten Sie zumindest zum Teil auf Blühpflanzen, die zwar sehr große, aber sterile Blüten bilden und ersetzen Sie diese durch nektarreiche Wildformen mit ungefüllten Blüten.
  • Sprechen Sie Ihre Beweggründe bei den Nachbarn an.
  • Werfen Sie Totholz auf einen Haufen. Belassen Sie diesen und stellen ein Schild mit der Aufschrift „Igelvilla“ davor.
  • Wählen Sie für Ihren Balkon heimische Blütenmischungen mit reichem Nektarangebot. n Verwenden Sie keine Pestizide oder Herbizide mehr.


Diese Liste kann man noch weit verlängern.
Wir werden in den kommenden Ausgaben unserer Zeitung regelmäßig naturnahe Gestaltungsmöglichkeiten vorstellen, mit denen man Gärten für die Tierwelt aufwerten kann, ohne in der Nachbarschaft als Öko-Hippie in Verruf zu geraten. ;-)​

Grünfink
Girlitz
Schwanzmeise

Save the Date: Am 12. November 2018, 19:00, gibt es wieder einen Vortrag!

Diesmal wird es darum gehen, wie man Gartenvögel richtig füttert. Es freut uns sehr, dass wir mit Maximilian Mitterbacher von Birdlife Österreich wieder einen tollen Experten gewinnen konnten! Man kann schon sagen traditionell laden wir im Anschluss zum Vortrag zu einem Umtrunk und regen Diskussionen ein.
Ort: Aktivpark St. Georgen/Gusen (Acitve Rooms).​

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