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am 18. Juli

Pflanzenschutzmittel machen den Bienen zu schaffen

Elisabeth Stütz, Hans Friedl - Angeregt durch die Diskussion über das Bienensterben in den letzten Jahren wird immer mehr Menschen bewusst, wie wichtig die Bienen und andere bestäubenden Insekten für die Umwelt und auch für uns Menschen sind.

Bienen

Auch im Gebiet Langenstein, St. Georgen und Luftenberg begeistern sich immer mehr Menschen für die Imkerei. Wir vom Imkerverein freuen uns über die wachsende Mitgliederzahl.
Die Bienen brauchen unsere Unterstützung, denn es wird nicht leichter für sie. Vor allem Pflanzenschutzmittel machen den Bienen zu schaffen, wie die aktuellen Debatten um die Verbote von Neonicotinoide und Glyphosat auf europäischer Ebene zeigen.

Neonicotinoide sind in den Neunziger Jahren als Wundermittel gegen eine Vielzahl von Schädlingen auf den Markt gekommen. Wie von vielen schon erwartet, hat nun auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA bestätigt, dass sie für Bienen gefährlich sind. Dabei sind die Neonicotinoide nicht einfach giftig, sondern locken die Bienen regelrecht an. Die behandelten Pflanzen werden von den Bienen im Vergleich zu unbehandelten bevorzugt. Das Mittel wirkt auf das Nervensystem, ähnlich wie Nikotin beim Menschen. Kommen die Bienen auf ihren Sammelflügen mit den Neonicotinoiden in Kontakt, stört dies unter anderem ihre Orientierungsfähigkeit: Die Bienen finden sich schlechter zurecht. Sie haben Schwierigkeiten, zum Stock zurückzufinden - wenn sie es denn überhaupt schaffen.

Während die Neonicotinoide im Freiland nun verboten sind, ist Glyphosat weiterhin erlaubt. Es ist zurzeit nicht als bienengefährlich eingestuft, obwohl es Untersuchungen gibt, die zeigen, dass auch Glyphosat die Orientierungsfähigkeit der Bienen beeinträchtigt. Zusätzlich wird Glyphosat von der WHO als krebserregend eingestuft. Durch die breite Verwendung kann es als Rückstand in Honig und andere Lebensmittel gelangen.

Mit einem Verbot von Pestiziden ist jedoch nicht wieder alles in Ordnung.
Viele Mittel (z.B. Neonicotinoide) sind wasserlöslich und dadurch als Rückstände noch jahrelang in den Böden vorhanden. Zusätzlich sind Pflanzenschutzmittel neben anderen Faktoren wie Strukturwandel und Klimawandel auch für Artenschwund mitverantwortlich. Pflanzenschutzmittel, die Bienen und nützliche Insekten stören, greifen in natürliche Kreisläufe ein, was nicht nur den Bienen und der Imkerei schadet, sondern auch der Natur, den Böden – und schlussendlich der Landwirtschaft.

„Als Imkerinnen und Imker können wir nur hoffen, dass die Politik das auch so sieht und diese gefährlichen Produkte erst gar nicht auf den Markt kommen.“


„Wenn wir Ihr (dein) Interesse an der Imkerei geweckt haben, laden wir Sie (dich) zu unseren Monatsstammtischen jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Gasthaus Böhm recht herzlich ein.“

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