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am 19. Juni

Lust auf eigenen Honig

Bernadette Achleitner - Mit Respektabstand zum Bienenstock hörte ich anfangs den Erklärungen unseres Referenten des VHS – Kurses „Lust auf eigenen Honig“ zu.

Jetzt stehe ich schon bei wenigen eigenen Stöcken. Es macht mir große Freude, dazu beizutragen, dass es wieder mehr Honigbienen in unserer Region gibt, die zur Bestäubung der verschiedensten Pflanzen einfach unverzichtbar sind.
Ich sah mich immer schon „naturverbunden“, doch gerade die Arbeit mit den Bienen lässt mich noch aufmerksamer den Vorgängen in der Natur gegenüber sein:

  • Welche Pflanzen blühen zu welchem Zeitpunkt im Jahreskreislauf, und wieviel Tracht (Nektar und Pollen) bieten sie den Honigbienen?
  • (Wie z.B. die Salweidenblüte/Palmkatzerl, die Kirschblüte, die Raps-oder die Lindenblüte, welche ein sehr großes Futterangebot für die Bienen darstellen.)
  • Es ist einfach ein herrliches Gefühl, eine Weile unter einer duftenden, blühenden Linde zu stehen und dem Summen tausender Bienen zuzuhören.
  • Ich beobachte, welche Blumen oder Sträucher die Bienen gerne besuchen und versuche, diese in meinem Garten anzupflanzen (wie z.B. Schneeglöckchen, Krokus, Lavendel, Fetthenne, Borretsch, Bartblume, Katzenminze, Klee, Maiglöckchenstrauch...) und finde es gut, dass auch in der Landwirtschaft wieder mehr Blühstreifen an den Feldrändern angelegt werden (mit Sonnenblumen, Malven, Ringelblumen usw.). Kornblumen und Buchweizen sind ebenso eine gute Nahrungsquelle.
  • Beobachtet man das Aussehen der Bienen ab August, dann bemerkt man die hellen, weißlichen „Höschen“, die sie tragen, bzw. ist auch ihr Haarkleid weiß bestäubt – der Pollen des Asiatischen Springkrauts, das in den Wäldern z.B. am Riederbach oder an der Aist wächst.
  • Mit kleinen Biotopen oder Wasserpflanzentrögen kann den Bienen in unseren Gärten geholfen werden, weil sich die Bienen an deren bemoosten Rändern oder an Pflanzen- oder Holzstücken niederlassen und Wasser trinken können.

Wenn ich das Jahr mit meinen Bienen überdenke, was habe ich als Imkerin zu tun, damit es ihnen gut geht, und ich auch etwas Honig ernten kann?

Zeitig im Frühjahr gilt es, die Volksstärke zu überprüfen und, falls notwendig, schwache Völker mit Zuckerwasser o.ä. zu füttern.
Zur Salweidenblüte wird mehr Raum geschaffen, also eine „Zarge“ aufgesetzt, weil die Königin nun viele Eier („Stifte“) legt und die Volksstärke quasi explodiert.
Zur Kirschblüte muss schließlich um den Honigraum erweitert werden, denn die Bienen tragen nun viel Nektar ein.
Etwa im Mai oder Juni kann Honig geschleudert werden (Blütenhonig), eventuell später nocheinmal (meist Waldhonig).
Nach dem Abschleudern steht noch die Varroabehandlung (gegen die Varroamilbe) an.
Wichtig ist, dass das Volk mit ausreichend Futter (z.B. wieder Zuckerwasser) eingewintert wird.

Im Winter gibt es für den Imker/die Imkerin auch einiges zu tun:
Zargen und Rahmen reinigen, neu mit Draht bespannen und Mittelwände einlöten. Altes Wachs wird eingeschmolzen und gereinigt, um damit neue Mittelwände pressen zu können.
Ja, und ich freu mich dann immer schon auf das Frühjahr, wenn zur Schneeglöckchenblüte die ersten Bienen wieder ihren Reinigungsflug machen und Pollen sammeln...

Und wie lässt sich das Hobby „Imkern“ nun mit meinem Beruf als Kindergartenpädagogin verbinden?


Ein Bienenstock im Kindergarten? – Ja natürlich!
Es ist erstaunlich, wie viele Sachinformationen und wie viel „Gespür“ für unsere Lebensräume, unsere Umwelt wir den Kindern vermitteln können, indem wir ... EINFACH TUN!

Als Kindergartenpädagogin und Mutter ist es mir wichtig, dass Kinder eine Beziehung zur Natur aufbauen, die von Wertschätzung getragen ist.
Wenn Sie nun auch „Lust auf eigenen Honig“ verspüren: Ein Imkerkurs gibt Wissen und praktisches Handwerkszeug mit!

Und für alle weiteren Fragen unterstützen die Imkervereine der Umgebung aufs Beste!​

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