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am 9. Oktober

Die Mähr von der sozialen Hängematte

Nicole Keplinger-Sitz - und der mangelnden Leistungsbereitschaft die durch einen Sozialstaat gefördert wird, ist auch durch Forschungsergebnisse nicht belegbar.

Die Geschichte von Franz R.

Ich möchte nun eine Geschichte von Franz R. erzählen. Eine Geschichte die vom Versagen des sozialen Netzwerkes handelt und die sich so oder ähnlich immer und immer wieder ereignet:
Franz R. ist 26 Jahre alt. Er leidet seit einem schlimmen Erlebnis im Alter von 13 Jahren an einem posttraumatischen Belastungssyndrom. Die Eltern haben lange versucht ihren Sohn zu unterstützen, aber irgendwann konnten sie sich die psychologische Betreuung nicht mehr leisten.

Franz kann das Geschehene nicht überwinden. Nach zahlreichen privaten Rückschlägen und einer abgebrochenen Ausbildung haben ihm seine bemühten Eltern auf Anraten eines Familienberaters eine kleine Wohnung angemietet. Franz müsse beginnen für sich Verantwortung zu übernehmen.
Der Vater leidet inzwischen an Krebs und ist froh als sein Franz endlich einen Teilzeitjob findet. Aufgrund der erhöhten Familienbeihilfe und Wohnbeihilfe gelingt es Franz finanziell über die Runden zu kommen. Er ist nun auch psychisch stabiler.

Doch dann kommt es zum Verlust des Arbeitsplatzes. Kurze Zeit später verliert er auch noch die Familienbeihilfe. Zwar wird ihm von der Behörde bescheinigt, dass er an einer 50%igen Behinderung leide, doch sei er nicht „dauerhaft außer Stande sich den Unterhalt zu verschaffen“ –Juristendeutsch mit dem Franz nichts anzufangen weiß. Er weiß nur, dass er nun nicht mehr in der Lage ist, sein Leben zu finanzieren. Eine Sozialberatungsstelle rät ihm einen Antrag auf Mindestsicherung zu stellen, da sein Arbeitslosenentgelt nur EUR 250,- mtl. beträgt. Der zuständige Beamte bei der BH teilt ihm mit, dass er erst dann die Mindestsicherung erhalten werde, wenn er keinen/zu wenig Unterhalt von seinen Eltern erhalte. Die Mindestsicherung sei ja eine subsidiäre Leistung.

Franz ist verwirrt. Seine Eltern verweigern die Unterhaltszahlung. Der kranke Vater ist enttäuscht über seinen Sohn. Er hat für den Buben ja eh schon so viel geleistet. Es kommt zum Streit und zum Bruch zwischen Franz und seinen Eltern.

Franz muss Klage gegen die Eltern einbringen, weil das die einzige Chance auf die lebenswichtige Mindestsicherung ist. Er ist überfordert mit der Bürokratie und seine psychische Erkrankung verschlimmert sich. Er nimmt seine AMS Termine nicht mehr wahr und verliert sein Arbeitslosenentgelt. Er ist nun auch nicht mehr krankenversichert.

Auch der Bezug der Wohnbeihilfe wird eingestellt, da er weder einen AMS- noch einen Mindestsicherungs-Bezug nachweisen kann. Er kann die Miete nicht mehr bezahlen und droht die Delogierung. Aus dem geschilderten lässt sich ableiten, dass es den Leistungsempfängern meist kein großes Vergnügen bereitet, Sozialleistungen zu beantragen. Zudem ist es auch, gar nicht so einfach die Abläufe der Bürokratie nachzuvollziehen.

Die Mähr von der sozialen Hängematte und der mangelnden Leistungsbereitschaft die durch einen Sozialstaat gefördert wird, ist auch durch Forschungsergebnisse nicht belegbar.
In diesem Sinne: Seinen wir stolz auf unser Sozialwesen und arbeiten wir gemeinsam an einer Erhöhung der Treffsicherheit.



 

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