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am 4. Oktober

So funktioniert Integration

Rudi Nesser - Wie in vielen Gemeinden Oberösterreichs* gibt es auch in Katsdorf etliche Beispiele gelungener Integration von Flüchtlingen.

Sprach cafe 1

In den Sommerferien hatten wir Gelegenheit, bei unseren „Bodendorfer Sprachcafes“ Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Afghanistan näher kennen zu lernen.

Neben der Verbesserung der Kommunikation (u.a. beim Kartenspiel) war Integration ein Schwerpunkt  - und natürlich das gemeinsame Essen von köstlichen (fremden) Speisen. Wir haben an diesen Nachmittagen diskutiert, viel Dankbarkeit erlebt, Sorgen gehört und auch den Wunsch auf ein sicheres Leben. Danke allen Nachbarn, FreundInnen, Gästen, die mit dabei waren (u.a. Liane Watzinger, Prof. Christl Moser, GV Hinterreiter-Kern, Landtagsabgeordnete Uli Böker von den Grünen)!

Hilfreiche Schritte zur Integration waren auch die ersten Pfarrcafes, die Kontakte mit Eltern und Kindern in der Schule bzw. bei der Union und auch die gemeinsame Umbauarbeit im „Lehrerhaus“.
Herzlichen Dank übrigens den Bauhofmitarbeitern und Mitgliedern des Flüchtlingskreises! Schon 2016 konnten Flüchtlinge beim Bauhof arbeiten (sie bekamen, wie überall, 5€ in der Stunde) – in Erinnerung blieben Amjad beim Mauerbau, Najibulah beim Gehsteig.....
Dass der Bürgermeister heuer nur die Hälfte Stundenlohn geben wollte, ärgert mich. So knausrig sollten wir nicht sein. Gott sei Dank gibt es noch immer KatsdorferInnen, die gern helfen und spenden.

Integration kann auf Dauer nur gelingen, wenn Menschen bei uns Chancen bekommen.

Dies bedingt einen positiven Asylbescheid. Einige junge Männer bekamen ihn befristet, zwei syrische Familien sogar für länger, u.a. Mimo und Nouri. Sie begannen, sich zu integrieren, als sie die Wohnung im Pfarrhaus bekamen und Nouri als „Hausmeister“ im Pfarrheim arbeitete. Jetzt gibt es für Nouri über das AMS erste Schritte zu einer neuen Zukunft in Österreich.
Das wünschen sich ja die meisten!

Manche Familien warten allerdings schon 22 Monate auf eine Entscheidung – das zermürbt und macht Angst. Betroffen ist u.a. die Familie al Diwani aus Syrien, die in Standorf wohnt. Den Eltern Munzer und Reem, beide aus der gebildeten Mittelschicht, macht die Unsicherheit zu schaffen. Sie haben ihre Deutschprüfungen (so wie viele unser Flüchtlinge), dürfen aber offiziell nichts tun. Uns haben besonders ihre zwei Mädchen erstaunt. Sie sprechen hervorragend Deutsch, sind in der NMS Ried rasch zu guten Noten gekommen und haben Berufsziele vor Augen. Dass eine eigene Wohnung und eine Arbeit Grundlagen für Integration sind, ist klar.

Den drei jungen Männern aus Kurdistan, die derzeit bei Hildegard und Günter Hoschek wohnen, ist das gelungen. Sie sind als Gärtner, Mechaniker und Techniker tätig, zwei von ihnen haben (mit Hoscheks Lernhilfe) den Führerschein geschafft.

Unser Beitrag als ÖsterreicherInnen ist eine verständnisvolle, dauerhafte Begleitung sowie konkrete Hilfe.

Zu einer guten Integration gehören also Menschen wie du und ich, die keine Angst haben, die Zeit haben und sich mitmenschlich und hilfsbereit zeigen.


Sprach cafe 2
Sprach cafe 3
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