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am 11. Juni

Hilflosigkeit!

Nicole Keplinger-Sitz - Die Angst vor der drohenden Streichung der Mindestsicherung ist unermesslich groß.

Fatima ist eine junge Frau und Mutter von 5 Kindern. Sie stammt aus Afghanistan. Ihren Mann hat sie seit Jahren nicht mehr gesehen, er ist verschollen und wahrscheinlich tot. Irgendwie hat sie es geschafft mit den Kindern vor ca. 3 Jahren die österreichische Grenze zu überschreiten. Außergewöhnlich ist diese Flucht auch deshalb, weil ihr Jüngster eine Mehrfachbehinderung hat. Im Zuge des Asylverfahrens wurde ihr schließlich die „subsidäre Schutzbedürftigkeit“ bescheidmäßig zuerkannt. Endlich schien alles gut zu werden. Auch die Sorgen um den Sohn, der noch nie in seinem Leben eine Therapie erhalten hatte, wichen der Zuversicht in dessen gute Entwicklung.

Aufgrund der hohen Betreuungsintensität ihres Sohnes war es ihr bislang nicht möglich einer Beschäftigung nachzugehen. Sie verfügt über kein geeignetes Netzwerk, dass es ihr ermöglichen würde Frühdienste oder Spätdienste zu erledigen. Die Sommermonate sind mangels Betreuung ebenfalls nur schwer überbrückbar. Auch die private Wohnung die sie anmietet, ist teuer und dennoch in einem sehr schlechten Zustand. Im Winter hat sie oft kein Warmwasser und die Heizung fällt immer wieder aus. Von der Anmietung einer Genossenschaftswohnung sind Menschen wie Fatima leider gesetzlich ausgeschlossen. Derzeit bezieht sie Mindestsicherung und Pflegegeld. Sie erhält für keines der Kinder eine Familienbeihilfe, da diese Beihilfe Menschen mit subsidiärer Schutzberechtigung nur dann beziehen können, wenn sie einer Beschäftigung nachgehen. Auch eine Wohnbeihilfe wird sie nach den gesetzlichen Vorgaben ohne Beschäftigung nie erhalten.

Die Angst vor der drohenden Streichung der Mindestsicherung ist unermesslich groß. Fatima weint nun jeden Tag. Da hilft es auch nicht, dass ihre Kinder versuchen sie zu trösten. Wie soll sie die Wohnung zukünftig bezahlen? Wie ihre Kinder versorgen? Wie wird die Kinder- und Jugendhilfe reagieren, wenn sie die Wohnung verliert? Wer wird ihr dann helfen? Dieses Schicksal basiert auf einem realen Hintergrund. Angesichts der Tatsache, dass es Menschen in Österreich gibt, die auf Gedeih und Verderb auf den Bezug der Mindestsicherung angewiesen sind, ersuche ich die Regierenden für gerade diese Menschen Regelungen zu schaffen, die auch zukünftig ein adäquates Leben in Österreich ermöglichen.

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